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Der Basketball-Regionalligist muss im Auswärtsspiel beim Leichlinger TV auf wichtige Spieler verzichten. Dennoch gelingt dem Team von Coach Tobias Liebke ein knapper, aber enorm wichtiger 69:68-Erfolg.

Bislang waren die Regionalliga-Basketballer der BG Lintfort vom Corona-Virus noch verschont geblieben. Doch in der vergangenen Woche erwischte es dann auch das Team um Coach Tobias Liebke. Drei potentielle Starter mussten sich in Quarantäne begeben, zudem musste Center Janosch Feige mit Rückenproblemen passen. So reiste die BGL mit dem nahezu letzten Aufgebot zur Partie beim Leichlinger TV – und setzte sich dennoch denkbar knapp mit 69:68 (40:37) im Rheinland durch.

Die Ausfallliste vor der Partie las sich ernüchternd. Oskar Mellmann, Mark Sengutta und Eric Peltz mussten wegen Corona-Infektionen mussten die für die BGL so wichtige Partie beim sich im Abstiegskampf befindlichen Leichlinger TV passen. Hinzu kam das verletzungsbedingte Fehlen von Janosch Feige. Doch an eine Verlegung des Spiels dachte im Lintforter Lager im Vorfeld niemand. „Wir haben immer gesagt, dass es dann halt der sogenannte Rest richten muss, wenn wir mal dezimiert antreten müssen. Und unser Vertrauen in dieses Vorgehen hat sich jetzt schon zum zweiten Mal bewährt. Wir haben in Stürzelberg mit nur acht Spielern gewinnen können und heute auch vom Kopf her eine überragende Leistung abgeliefert“, so Liebke nach der Partie.

So merkte man der BGL von Beginn an die dezimierte Personaldecke nur bedingt an. Zum einen, weil in Leichlingen Jochen Durdel die Verantwortung schulterte und mit einer letztlich überragenden Leistung voranging. Und zum anderen, weil Nachwuchsspieler Jonas Humm bewies, dass er vor dieser Saison zurecht den Sprung in den Kader geschafft hat. Der 17-Jährige spielte die Partie auf der Aufbauposition durch, behielt trotz fehlender Pausen immer den Überblick und lenkte das BGL-Spiel umsichtig. Dadurch entwickelte sich im ersten Abschnitt eine Partie, in der die Lintforter zwar leichte Vorteile hatten, sich aber enormer Gegenwehr der Gastgeber ausgesetzt sahen. Denn die Leichlinger, die jeden Sieg im Abstiegskampf brauchen, witterten ob der dünn besetzten BGL-Bank ihre Chance und warfen alles in die Waagschale.

Doch die Lintforter ließen sich davon nicht wirklich beeindrucken, konnten auch im zweiten Spielabschnitt eine knappe, aber nicht unverdiente Führung verteidigen. Unter anderem auch, weil nun auch Gustav Lutz, ein weiteres Talent in Reihen der Lintforter, zeigte, dass in den kommenden Jahren mit ihm zu rechnen ist. Nach mehreren Kurzeinsätzen im Verlauf der Saison konnte sich der 16-Jährige in Leichlingen mit einer abgeklärten Leistung noch stärker in den Fokus spielen. Zum einen, da er eigene Akzente zu setzen wusste, andererseits aber auch, weil er seinen „arrivierten“ Mitspielern wichtige Verschnaufpausen verschaffen konnte. Auch das war mitverantwortlich dafür, dass die Lintforter mit einer knappen Führung in die Halbzeitpause gehen konnten.

Doch nach dem Seitenwechsel sollte die Partie noch einmal an Intensität zulegen. Beide Mannschaften schenkten sich keinen Zentimeter Platz, blieben konsequent in ihrem Defensivverhalten. Doch die BGL konnte sich weiterhin auf Jochen Durdel verlassen, der nicht nur von den Außenpositionen immer wieder das Ziel finden konnte, sondern mit schnellen Antritten auch in engste Lücken stieß und die Verteidigung der Hausherren gespalten zurückließ. Mit einem Vorsprung von vier Punkten (60:56) gingen die Gäste vom Niederrhein daher in den Schlussabschnitt.

Und in diesem drehten die Leichlinger dann noch einmal mehr auf. Denn trotz der hohen Einsatzbereitschaft, machte sich der Kräfteverschleiß auf Seiten der BGL nun doch deutlicher bemerkbar. So konnte der LTV bis zur Mitte des Viertels zunächst den Ausgleich erzielen, um danach nicht mehr abreißen zu lassen. Die Führung wechselte nun ständig, rund zweieinhalb Minuten vor Schluss war es noch die BGL, die mit einem Punkt vorne lag. Doch Leichlingen gab nicht auf, kam nun zu wichtigen Punkten konnte 53 Sekunden vor dem Ende selbst auf einen Vorsprung von drei Punkten bauen.

Doch wieder einmal war es Jochen Durdel, der sein Herz in die Hand nahm. Zunächst brachte er die BGL wieder in Schlagdistanz, um dann selbst für die Entscheidung zu sorgen. Im letzten BGL-Angriff der Partie suchte er bewusst eine Eins-gegen-Eins-Situation und konnte trotz Drucks des Gegenspielers zehn Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Korbleger verwandeln. Der letzte Versuch der Hausherren führte nicht zum Erfolg – sodass die BGL den letztlich nicht unverdienten Sieg mit nach Hause nehmen konnte.

„Ein Riesenkompliment an die Jungs. Wie wir uns hier heute wieder allen Widrigkeiten widersetzt haben, zeugt vom einwandfreien Charakter des Teams. Keiner hat im Vorfeld gejammert, wir haben die Situation angenommen und sind daran gewachsen. Was Jochen, Gustav und Jonas hier heute abgerissen haben, war schon phänomenal. Aber auch die übrigen Jungs standen dem in nichts nach. Das war wichtig für die Moral. Jetzt können wir kommende Woche gegen Schwelm noch befreiter aufspielen und uns dann wohl endgültig absichern“, so Liebke nach der Partie.

BGL: Durdel 29, Humm 10, Juskovic 8, Tiggelkamp, Lutz, Sehovic alle 6, Wittich 4, Spankowski, Roschewski