Basketballgemeinschaft Kamp-Lintfort 1954 e.V.
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Arg personalgeschwächt tritt der Tabellenletzte in Ostwestfalen an - und kann eine Halbzeit lang überraschen. Dann allerdings schlagen die Gesetze der Physik zu.

Die BG Lintfort hat eine kurzzeitig erhoffte, aber letztlich unrealistische Überraschung bei der BBG Herforf verpasst. Trotz einer dünnen Pausenführung unterlag das rudimentär angetretene Team von Coach Tobias Liebke am Ende deutlich mit 63:96(34:36) bei der BBG Herford.

Im Grunde waren die Kräfteverhältnisse bereits vor der Partie abgesteckt. Die BGL musste verletzungsbedingt auf Patrick Wittich, Mark Sengutta und Oskar Mellmann verzichten, Thomas Achtermeier fehlte aus beruflichen Gründen. Till Achtermeier reiste trotz akuter Erkältung mit, der seit wenigen Wochen beruflich in Bremen lebende Michael Schmak trat den Weg aus der Hansestadt nach Herford trotz Trainingsrückstand an. Hinzu kam, dass Janosch Feige und Paul Krüger gesperrt fehlten. Letzterer konnte nur zusehen, weil trotz Protests der BGL gegen die Disqualifikation Krügers am vergangenen Samstag der Westdeutsche Basketball-Verband nicht innerhalb einer Woche in der Lage war, über den Einspruch der Lintforter zu entscheiden. In dem Fall gilt: Keine Entscheidung gleich Sperre.

Entsprechend trat die BGL mit einem Rumpfkader in Herford an - Dorian Tiggelkamp aus der zweiten Herrenmannschaft reiste als achter Spieler mit nach Ostwestfalen, obwohl Herren2-Coach Marcel Kower seinen Innenspieler gut beim eigenen Spiel in Solingen hätte gebrauchen können. Nichtsdestotrotz ging die BGL von Beginn an unbeeindruckt von ihrer eigenen Misere ins Spiel und erwischte die Hausherren damit auf dem falschen Fuß. In den ersten Minuten konnte vor allem Leutrim Ebiballari einige wichtige Würfe versenken und seinem Team damit zu einer Führung verhelfen.

Die Hausherren beschränkten sich darauf, den Grund für die BGL-Führung bei den Schiedsrichtern, und nicht bei sich selbst zu suchen. Entsprechend fahrig wirkte das Spiel der Ostwestfalen, die in Sam Cassell jr. und Vaidotas Volkus immerhin zwei Spieler in ihren Reihen wissen, die bereits im Europapokal sowie der NBA-Summerleague Erfahrungen sammeln konnten.

Insbesondere BGL-Akteur Lennard Schild ging mit mutigem Beispiel voran und sorgte mit dem Rest der eigentlich klar unterlegenen BGL dafür, dass den knapp 200 Zuschauern in Herford zunehmend der Kamm schwoll. Schild sammelte bis zur Halbzeit 13 Rebounds ein und erzielte zehn Punkte, ging damit mit einem Double-Double in die Kabine. Insgesamt reichte es für eine knappe BGL-Führung zum Pausenpfiff, die Gastgeber wirkten recht konsterniert.

Doch nach dem Seitenwechsel zeigte sich dann, auf welcher Seite des Spielfelds die individuelle Klasse und Cleverness zu finden war. Insbesondere Volkus und Innenspieler Jan Brinkmann profitierten nun davon, dass bei der BGL einfach zunehmend die Kräfte schwanden und der Widerstand irgendwann auch gebrochen war. So wandelten die Hausherren den Pausenrückstand erst in eine Führung um, die sie kontinuierlich auszubauen wussten.

Dass in Ostwestfalen indes offenbar nicht viel auf Nachwuchsförderung gegeben wird und die BGL letztlich auch ein Stück weit gedemütigt werden sollte, zeigte die Tatsache, dass der Litauer Volkus die gesamten 40 Minuten durchspielte, US-Import Sam Cassell jr. insgesamt nur zehn Minuten außerhalb des Feldes Platz nehmen musste. Mit aller Macht wollte die BBG die Schmach der ersten Halbzeit vergessen machen und peilte die 100-Punkte-Marke an, verpasste diese am Ende aber trotzdem. Letztlich stand dennoch ein verdienter Sieg für die Hausherren zu Buche.

„Ich bin stolz, dass wir trotz der unfassbaren Personalprobleme in der ersten Halbzeit gezeigt haben, dass wir auch mit der zweiten Garde konkurrenzfähig sind. Vielleicht haben wir Herford damit auch ein Stück überrascht, aber sowas kommt ja auch nicht von ungefähr. Gerne hätte ich gewusst, wie es ausgegangen wäre, wenn die BBG mit unseren Voraussetzungen hätte antreten müssen. Nichtsdestotrotz war es klar, dass wir kräftemäßig am Ende nichts mehr entgegen zu setzen haben würden. Daher geht die Niederlage auch in der Höhe in Ordnung“, sagte Tobias Liebke nach der Partie.

Punkte: Schild (15), Ebiballari (13), Schmak (12), Füllbrunn (10), Tiggelkamp (5), Illbruck, Töps (beide 3), Ti. Achtermeier (2)